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Reality Web 2.0 Business Game

Sonntag, April 6th, 2008 @ 02:18

Ich hatte letzte Nacht eine Idee, welche ich gerne mit euch diskutieren möchte. Es handelt sich um ein eine Art “reales Business Game”.

Stellt Euch folgendes vor:

Es wird eine Aktiengesellschaft gegründet. 50.000 Personen kaufen jeweils eine Aktie für 89,- Euro und sind somit an dem Unternehmen beteiligt. Das Unternehmen verfügt über eine Kapitalisierung von 4,5 Mio. Euro.

Die Aktiengesellschaft verwendet diese Gelder um eine Großraumdiskothek zu eröffnen.

Und jetzt der Clou: Das gesamte Geschäft wird von der Community geführt.

Die Community entscheidet, wo das Objekt gebaut werden soll, welche Materialien in der Inneneinrichtung Anwendung finden sollen, wie das Logo und Konzept gestaltet wird und so weiter.

Neue Barkeeper, Türsteher, Kellner, DJs und Gogos werden online gecastet und die Community entscheidet, wer die jeweiligen Jobs bekommt. Zudem definiert die Community das Getränkeangebot, Preise, Wochenprogramm und generell alles, was im Tagesgeschäft einer Diskothekenbetriebsleitung anfällt.

Es hat quasi jeder die Möglichkeit, sich wie ein Betriebsleiter einer Großraumdiskothek zu fühlen.

YouTube Preview Image

Doch das ist lange nicht alles. Die Community entscheidet z.B. über Live-Acts.

Um diese gesamte Dynamik über das Internet transportieren zu können, wird eine umfangreiche Business-Plattform eingerichtet. Jeder Teilnehmer kann sich einloggen, erhält Übersichten über aktuelle Besucherzahlen, meißtverkaufte Getränke, gespielte Musik, eventuelle Zwischenfälle und so weiter.

Um dem Teilnehmer ein Höchstmaß an Nähe zu vermitteln, werden in den wichtigsten Bereichen des Objekts Webcams installiert. Diese transportieren das spektakuläre Tagesgeschäft eines Diskothekenbetreibers ins heimische Wohnzimmer.

Zudem werden Besucherzahlen, Getränkeverkäufe und sonstige Umsätze sofort in Echtzeit erfasst. Dies macht das Geschäft transparent und ermöglicht den Teilnehmer auf diverse Ausgangssituationen zu reagieren. Stichwort z.B. eine Getränkebörse.

Ich stelle mir das Ganze so vor, dass die Community nahezu alle Freiheiten genießt, um in das aktuelle Geschehen der Diskothek eingreifen zu können. 

Darüber hinaus wird jeder “Aktionär” selbstverständich an den Gewinnen des Betriebs beteiligt. Mit jedem verkauftem Bier erhält der Teilnehmer seinen persönlichen Anteil. Im Sekundentakt berechnet ein Ticker den aktuellen Verdienst des Aktionärs.

Ich stelle mir ein solches Web 2.0 “Business-Game” super spannend vor. Selbstverständlich müssten die Rahmenbedingungen für ein solches Modell stets von einem Fachmann des Eventsektors gegeben werden. So das dieser den Teilnehmern Optionen liefert. 

Was denkt ihr?

Nachtrag einer weiteren Idee:
Man könnte ein Social-Network für Gäste der Diskothek einrichten. Jeder Gast, welcher sich auf dem Social-Network registriert, bekommt eine RFID-Karte. Betritt er die Diskothek, so wird in dem Social-Network seine Anwesenheit dargestellt. In der Diskothek findet der Gast diverse Terminals, welche er nutzen kann, um mit anderen Gästen in Kontakt zu treten oder dem DJ einen Musikwunsch zukommen zu lassen. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Zum Beispiel kann der Gast auch nach der Party sehen, wer anwesend war und so Kontakt mit anderen Gästen herstellen. Die gesamte Diskotheken-Community wird voll vernetzt!

19 Responses

  1. Tobias Hieb says:

    Frisch gebloggt: Reality Web 2.0 Business Game http://tinyurl.com/5q9z6x

    April 6th, 2008 at 02:18
  2. Denis says:

    Ich denke, das könnte möglicherweise tatsächlich funktionieren.

    Lustiger Nebeneffekt wäre jedenfalls dass dies die wohl sicherste Diskothek wäre… tausende Kameras, pro Kamera genau einer der sie immer in Sicht hat und direkt Hilfe/Security koordinieren kann. :)
    …wenn man von einer schönen heilen Welt ausgeht.

    Ich würd so ein Experiment auf alle Fälle jedenfalls mitmachen.

    April 6th, 2008 at 02:26
  3. Stefan Evertz says:

    Irgendwie muss ich da an die Querelen um den “Club Goya” (in Berlin) denken – als AG aufgezogen hat der Laden wohl etwa 3 Monate durchgehalten (siehe z.B. http://www.n-tv.de/640508.html). Ich bin skeptisch, ob da die “Weisheit der Vielen” zu besseren Ergebnissen führen würde (oder geführt hätte) …

    April 6th, 2008 at 10:01
  4. Benni1g says:

    Nette Idee. Wie hast du dir die Leitung/Führung dieses Unternehmens vorgestellt? Soll alles über die Plattform laufen? Hat der Aktionär kompletten Eingriff in das Geschehen? Sind 4,5 Millionen ein realistisches Kapital? Wie stehst du zu dieser Idee? Ich würde mich für schlappe 89 € einkaufen!

    April 6th, 2008 at 11:11
  5. Tobias says:

    Die gesamten Entscheidungsoptionen, welche den Aktionären zur Verfügung stehen, müssen natürlich im Vorfeld von einem “Profi” erstellt werden.

    Die Summe von 4,5 Mio. Euro ist eine sehr realisitische Zahl für eine Großraumdiskothek. Ich habe zum Beispiel derzeit ein Angebot für eine Großraumdiskothek vorliegen, welche bis zu 3.000 Personen fasst. Diese Diskothek hat bereits öfter den “German Disco Award” gewonnen und steht für 1,4 Mio. Euro zum Verkauf.

    Ja, generell alles soll über die Plattform laufen. Man kann diese Plattform durch Flash etc. super dynamisch gestalten.

    April 6th, 2008 at 11:20
  6. Benni1g says:

    Würdest Du bei diesem Projekt die Rolle der Führungsperson selbst übernehmen? Wie viele Leute, die Erfahrungen im kaufmännischen Bereich, Organisation und Führung haben benötigt man? Bist Du ernsthaft an diesem Projekt interessiert? Das sind zwar viele Fragen, aber ich als Neuling bin sehr neugierig. Die Idee das Projekt komplett auf einer ” Web Basis” laufen zu lassen ist sehr verlockend.

    April 6th, 2008 at 11:31
  7. Tobias says:

    Ich habe einige Jahre im Eventsektor gearbeitet und auch die Betriebsleitung für 2 Diskotheken durchgeführt. Ich persönlich könnte mir schon vorstellen in diesem Bereich aktiv zu werden.

    Ob das alles realisierbar ist, hängt davon ab, ob sich ein Pre-Investor für den “Going Public” finden lässt.
    Sprich es müsste eine Website gebaut werden, Präsentationsvideos produziert werden und ordentlich die PR-Trommel gerührt werden.
    Ich stelle mir das so vor, dass es eine Vorregistrierung gibt. Wenn X-tausend zukünftige Aktionäre gefunden wurden, könnte das Projekt in die Umsetzung gehen. Aber wie gesagt, es wird ein Pre-Investor benötigt um das alles vernünftig an den Start zu bringen.

    April 6th, 2008 at 11:35
  8. Benni1g says:

    Du meinst eine Seite, wo man virtuell prüft wie viele Leute sich beteiligen? Die Frage ist ja nur, wie viel Geld man erstmal reinstecken muss, damit man diese Zahl “X” bekommt. Diesen Investitionspunkt muss man erstmal füllen. Und dann aus den finanziell gegebenen Mitteln das beste rausholen.

    April 6th, 2008 at 11:44
  9. Nicolai says:

    Hey,

    schon eine geile Idee, aber ich denke nicht, dass man 50.000 Personenn zusammen bekommt…
    wie wäre es denn, wenn jeder 500€ einzahlt, dann benötigte man nur 9000-10000 Personen, was ich als erreichbares Ziel beschreiben würde.

    Nur leider weiß ich vom Startupweekend, dass nicht viele am operativen Geschäft teilnehmen und nur auf den Anteilen sitzen werden…

    April 6th, 2008 at 13:40
  10. Tobias says:

    @Nicolai

    Danke für Deinen Beitrag. Ich denke man kann das Startupweekend dieser Sache nicht gleichsetzen. Das Startup-Weekend ist eine sehr spezielle Sache (Web 2.0 Unternehmertum). Bei dieser Sache handelt es sich eher um ein “Web 2.0 Business Game”. Das bedeutet, dass Otto-Normalo sich Abends nach der Arbeit auf der Plattform einloggt und sich seine “Zeit” mit der Diskothek vertreibt. Es ist quasi ein absolut reales Spiel mit Unterhaltungsfaktor und Investment-Charakter.

    April 6th, 2008 at 13:44
  11. Nicolai says:

    Aber wie willst Du 50.000 Leute finden, die mitmachen?

    April 6th, 2008 at 13:46
  12. Matthias says:

    Das hört sich zwar “nett” an aber es wird nie funktionieren!

    “Viele Köche bederben den Brei” – diese Weisheit ist schon uralt und hat immer noch Geltung!

    Trotzdem viel Erfolg! ;-)

    April 6th, 2008 at 13:48
  13. Tobias says:

    @Matthias
    Als nächstes müsste eine tolle Website gebaut werden, auf welcher das gesamte Prozedere in einem professionellem Video dargestellt wird. In diesem Video soll die künftige Oberfläche der Business-Plattform in Szene gesetzt werden. Der potentielle “Aktionär” soll sehen, was ihn erwartet. Er sieht in Echtzeit die Besucherzahlen steigen, er sieht wieviele Getränke verkauft werden, welcher Song gerade gespielt wird, er wählt Flyer-Motive für die nächsten Partys aus, er durchstöbert die aktuellen Bewerbungen für Jobs, er überblickt die Marketingaktivitäten, schlägt strategische Partnerschaften vor und so weiter. Das Video ist quasi eine Art Trailer für dieses “Web 2.0 Business Game”. Ich glaube, dass man durch eine tolle Pre-Registration Website und perfekter Pressearbeit ein Medienecho erziehlt, welches die 50.000 benötigten Aktionäre generiert.

    Viele Köche verderben den Brei? Ja, dass ist natürlich richtig. Aber dafür gibt es ja einen “Leader”, welcher generell nur überlegte Entscheidungsmöglichkeiten zur Option gibt. Ohne einen Fachmann ist sowas nicht möglich.

    April 6th, 2008 at 13:54
  14. Tobias Hieb says:

    freue mich weiterhin über Meinung zu meiner Idee… http://tinyurl.com/5q9z6x

    April 6th, 2008 at 14:43
  15. Timo says:

    Die Aktion scheint mir sehr ähnlich zum myfootballclub.co.uk — dort hat die Masse einen Fußballverein gekauft und fällt alle Entscheidungen (Trainerfrage, Verträge der Spieler, …) in Abstimmungen. Bin dort übrigens involviert und finde das Projekt nach wie vor sehr klasse.

    April 6th, 2008 at 14:47
  16. till says:

    außer dem fußballclub erinnert mich die idee auch an das australische “open source beer”. prinzipiell finde ich die idee, wie vieles aus dem bereich crowdsourcing und -funding, spannend und werde sie weiterverfolgen. an einigen punkten bin ich aber skeptisch: 50.000 teilnehmer halte ich für zu hoch gegriffen. für knappe hundert euro einlage muss man schon überzeugungsarbeit leisten. und vom startupweekend weiß ich, dass die masse zwar durchaus kreativ in der generierung von ideen ist, aber sehr konservativ in der entscheidung und vergleichsweise träge in der umsetzung. auf jeden fall solltest du einen blick auf die entwicklung von edelbild werfen und daraus lernen. aber verfolg das weiter, ich würde es gern unterstützen.

    April 6th, 2008 at 15:15
  17. Thomas Euler says:

    Ich trage nur mal spontan zusammen, welche Probleme ich bei dem Konzept sehe:

    Sind alle Optionen von besagtem “Leader” vorgegeben, hat der Einzelne Teilnehmer wenig Raum sich und seine Ideen einzubringen – außer eben Votings über dies und jenes. Lässt man einen Fachmann weg, wird das Entscheiden quasi unmöglich.

    Entscheidungswege werden viel zu lang. Beispiel Einstellung von Servicekräften: In der Praxis brauchst Du schon mal spontan neue Aushilfen, weil dir 2 Leute gekündigt haben. Musst Du erst ein langwieriges Online-Casting durchlaufen und dann 50000 Menschen abstimmen lassen, bist du in deinen Entscheidungen kaum flexibel – was meinen Erfahrungen nach aber grade in der Gastronomie dringend notwendig ist.

    Kann man sich pro Person nur einen Anteilsschein sichern (so habe ich deinen Vorschlag jedenfalls verstanden), sind die zu erwartenden Ausschüttungen vermutlich viel zu gering, um das Ganze lukrativ zu machen. Erziele ich allerdings mittelfristig keinen Gewinn, weiß ich nicht, warum ich Dir 89€ geben sollte.

    April 6th, 2008 at 15:46
  18. Tobias says:

    @Thomas

    Ich sehe das eigentlich sehr entgegengesetzt. Jeder kann Ideen beisteuern über die z.B. täglich ab 20 Uhr via Live-Video-Chat mit dem Leader diskutiert werden kann. Der Leader besitzt lediglich den Sinn, dass er Erfahrungswerte in die Community einfließen lässt.

    Auch Servicekräfte können sehr kurzfristig eingestellt werden. An einem “Casting-Day” werden die Videos der Bewerber aufgenommen. Dann läuft für X Tage eine Voting-Phase der “Aktionäre”. Nach Ablauf der Votingzeit werden die führenden Bewerber probeweise eingestellt. Die Aktionäre können via Webcam die Effizenz des Personals überprüfen und dementsprechend jederzeit “Vermerke” in die Personalakte hinzufügen. Diese Vermerke stehen dann auf der Tagesordnung zur Diskussion.

    Das ganze Konstrukt (AG und Aktien) müsste man von einem Wirtschaftsprüfer auf Realisierbarkeit prüfen. Es könnte sein, dass dies so ohne weiteres nicht funktioniert und eventuell ein anderer Rahmen gefunden werden müsste. Aber das Kernprinzip lässt sich mit Sicherheit umsetzen. Klar sollte jeder die Möglichkeit haben, mehr Anteile erwerben zu können.

    April 6th, 2008 at 16:07
  19. Tobias says:

    @Till

    Danke für Deinen Post :)

    Du hast schon Recht. Überzeugnungsarbeit muss geleistet werden. Ich denke jedoch, wenn das Produkt (Business-Plattform) sehr dynamisch in Szene gesetzt wird und der Flair von Party, Gästen, Realtime und Funktionen richtig kommuniziert wird, entsteht ein gewisser Reiz. Defakto liegt der Knackpunkt klar in der Akquise von 50.000 “Aktionären”.

    April 6th, 2008 at 16:12

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