“Poltik” und “Diskussionen” gehören sprichwörtlich wie die “Faust auf’s Auge” zusammen. Äußerst sich nun ein Politiker inhaltlich zu der Aussage einer anderen Partei oder Poltiker, so kann dies schnell polemisch wirken und das öffentliche Profil eines Poltikers gefährenden.
Beispiel:
Frau Merkel war heute Abend zu RTL geladen. Einige Bürger stellten Fr. Merkel Fragen rund um die Wirtschaftskrise und inwiefern diese auf den Einzelnen Auswirkungen hat.
Noch während der TV-Übertragung äußerte sich auch Fr. Lemke (Politische Geschäftsführerin GRÜNE) über den zwitschernden Medienkanal. Hier verfasst Fr. Lemke u.A. folgende Tweets.
- Mal was anderes – wo sind eigentlich Hubertus Heil und Kajo Wasserhövel?SPD wollte doch heute großes Netz- und Twitterkino spielen?! #Merkel
- Merkel räumt ein, dass Bildung vernachlässigt worden ist. Und behauptet, das wäre jetzt geändert worden. Glaubt das jemand? #Merkel
- Merkel bestreitet, dass Studiengebühren zu zurückgehenden Studierendenzahlen geführt haben. lol! #Merkel
- Jetzt soll es persönlich werden. Böse Gratwanderung zwischen gestellt und steif. # Merkel
- Jetzt paßte der Beifall überhaupt nicht zur Antwort. Regiefehler??? #Merkel
- Fazit:Viel Schall,kein Konzept zur Lsg von Wirtschafts+Klimakrise, keine Vision,harte Fragen,deshalb Respekt für Mut zum Format. #Merkel
Twitter ist als Diskussionkanal für politische Themen denkbar ungeeignet. Eine Meinung zu oftmals komplexen politischen Themen kann man nicht in 140 Zeichen verpacken. Probiert man es doch, so läuft man Gefahr, sein öffentliches Profil durch polemisch wirkende Statements zu gefährden. Insbesondere dann, wenn man Inhalte anderer Parteien oder Politiker inhaltslos kritisiert.
New blog post: Wenn Politiker twittern: 140 Zeichen können das öffentliche Profil gefährden http://bit.ly/1aosA
Diese tweets wirken nicht nur polemisch, sie sind es auch und das gar in zweierlei Hinsicht: Sie unterstellen, daß Nichtparteimitglieder zu blöd sind, selbst Ansichten zu den Themen zu haben und andererseits, daß man diese schenkelklopfende Polemik doch wohl übernehmen wird.
Mir scheint das vor allem: Nicht vertrauenserweckend und dekonstruktiv.
RT @tobiashieb: New blog post: Wenn Politiker twittern: 140 Zeichen können das öffentliche Profil gefährden http://bit.ly/1aosA
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Also so polemisch finde ich das gar nicht, der einzige Ausrutscher ist vielleicht das “lol”. Ansonsten kritisiert sie doch hauptsächlich sachliche Aussagen. Was genau passt euch denn nicht? Eine durchschnittliche Bundestagsdebatte scheint mir da wesentlich bösartiger zu sein. “Viel Schall, kein Konzept” hat natürlich wenig sachlichen Inhalt, aber für Politiker ist das doch völlig normal. Ich habe die Sendung nicht gesehen, aber so wie ich das Fernsehen kenne, waren da auch nicht mehr Fakten zu sehen. Vermutlich wird Merkel ein paar Behauptungen aufgestellt haben, Lemke behauptet das Gegenteil. Alltag.
Naja, Frau Lemke kritisiert sicherlich NICHT sachlich sondern durchaus polemisch. Okay, dass Polemik in die Poltik gehört ist (leider) wahr und Alltag. Allerdings denke ich, dass man in der öffentlichen politischen Kommunikation auf Polemik verzichten sollte – gerade beim Microblogging.
Frau Lemke hätte vielleicht besser mit sachlichen Querverweisen auf das eigene Programm arbeiten sollen. So ein weiterführender Link zu wirklichen Inhalten hätte da schlussendlich mehr Stil und vorallem Mehrwert für die Twitter-Follower gehabt.
Entscheide ich mich für eine Partei oder einen Politiker, dann werde ich garantiert niemanden wählen, der mit einem “lol” oder derart unsachlichen Äußerungen auf sich Aufmerksam macht. Imho war das ein Eigentor.
Diskutiere über Twitter+Politik+Polemik http://tinyurl.com/r92qpf
Ich finde man muss hier wirklich zwischen Privatperson und Politiker unterscheiden.
Wenn ich als Politiker privat Twitter nutze ist es doch klar, dass ich mich manchmal zu polemischen Aussagen hinreissen lasse und auch mal eine Aussage mit LOL kommentiere.
Aber trotzdem, die Tweets von @SteffiLemke empfand ich schon fast als Spam, weil im Sekundentakt neue inhaltsleere Kommentare kamen. Medienkompetenz ist halt auch bei twitternden Politikern rar.